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| Die Frage nach dem Leben nach dem Tod ist nicht
verstummt. Als junger Mensch hörte ich oft die Meinung, der
Mensch werde sich endlich darauf einrichten und damit abfinden, daß
er sterben müsse und daß es jenseits des Todes keine Form des
Weiterexistierens gebe. Aber das war eine Fehleinschätzung menschlichen
Verhaltens. Die Frage wird nachdrücklicher denn je gestellt
und findet zum Teil Antworten, von denen damals niemand gedacht hätte,
daß sich ein vernünftiger Mensch jemals wieder damit beschäftigen
würde.
Totenbeschwörer, die die Verbindung mit Verstorbenen herstellen zu können behaupten, haben Hochkonjunktur, und viele ernstzunehmende Zeitgenossen beschäftigen sich intensiv mit der Frage nach der Wirklichkeit einer Re-Inkarnation. Ich möchte mich darauf beschränken, die Bibel nach ihrer Antwort zu fragen. Sie hat mir auf die Fragen des Lebens das Entscheidende gezeigt, darum möchte ich auch auf das hören, was sie mir zur letzten Frage sagt. Die Realität des Todes ist unumstößlich Um es gleich ganz offen zu sagen: Eine Bagatellisierung
oder Verharmlosung des Todes werden wir in der Bibel nicht finden.
Laß mich nicht sterben
laß mich nicht erlöschen
Der Schrecken des Todes Die Antwort darauf gibt Paulus, wenn er sagt: "Der Tod ist der Sünde Sold" (Römer 6, 23). Der Tod des Menschen ist das Ergebnis seiner Sünde. "Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben" (Römer 5,12). Seit Adam und Eva sündigen die Menschen, und seither steht der Fluch des Todes als dunkler Schatten über ihrem Leben. Aber ist der Tod nicht eine biologische Tatsache, ja geradezu die Voraussetzung höheren organischen Lebens? "Mit Volvox (einer mehrzelligen Grünalge) kam der Tod in die Natur", pflegte mein Biologielehrer zu formulieren, und in seiner Stimme lag ein leicht triumphierender Unterton, als wolle er mit diesem Faktum die biblische Behauptung, der Tod sei durch Adam in die Welt gekommen, ein für alle Mal widerlegen. Aber dieser Widerspruch ist nur scheinbar. Volvox stirbt nicht den schrecklichen Tod des Menschen, sondern verlöscht wie eine Blume. Und der biblische Bericht vom Sündenfall deutet an, daß auch für den Menschen der biologische Tod schon immer Wesensmerkmal war (vgl. 1. Mose 3,22). Aber nach dem Sündenfall stirbt der Mensch nicht mehr den natürlichen Tod des Geschöpfs, das sein Leben dankbar in die Hand des Schöpfers zurückgleiten läßt. Er erleidet den Tod des Sünders, der seine Trennung von Gott festschreibt und ihn in das Nichts der Gottesferne entläßt. Das ist der schreckliche Tod des Menschen. An dieser Tatsache können uns keine gut gemeinten Theorien vorbeimogeln. Der Tod des Menschen hält die Einmaligkeit der Existenz eines Menschen fest. Jeder Mensch ist ein unverwechselbares Original, das zeichnet ihn aus! Aber jedes Leben ist auch unwiderruflich und unwiederholbar nur dies eine Leben mit all seinem Tun und Lassen, seinem Bewirken und Erleiden. Der Hebräerbrief formuliert dies klipp und klar: "Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber kommt das Gericht" (9,27). Das entzieht jeder Spekulation über eine Re-Inkarnation die biblische Grundlage. Viel häufiger hat man dem Schrecken und der Endgültigkeit des Todes dadurch ausweichen wollen, daß man annahm, daß der eigentliche Kern der Person des Menschen, seine Seele oder sein Geist, unsterblich sei. Diese Lehre stammt aus der griechischen Philosophie und wurde von der frühen Christenheit übernommen, obwohl sie von der biblischen Botschaft kaum gestützt wird. Der Unterschied zwischen der Auffassung der Griechen und dem biblischen Menschenbild wird nirgends deutlicher als im Vergleich der Darstellung des Todes des Sokrates und dem Bericht vom Sterben jesu. Plato berichtet in seiner Schrift Phaidon von den letzten Gesprächen des Sokrates mit seinen Schülern. Er belehrt die Trauernden, daß sie sich eigentlich freuen müßten, da doch der Tod seine Seele aus der Gefangenschaft des Leibes befreie. Darauf trinkt er den tödlichen Schierlingssaft und, gelassen seine Wirkung beobachtend, stirbt er heiter und gefaßt. Demgegenüber zeichnen die Evangelien ein sehr viel dramatischeres Bild vom inneren Ringen Jesu auf seinem Weg zum Sterben in Gethsemane und auf Golgatha. Der Hebräerbrief faßt diesen Kampf mit den Worten zusammen: "Als Jesus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tode retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden" (Hebräer 5,7). Fast könnte es scheinen, als habe der Tod des Sokrates den Idealen eines christlichen Sterbens viel mehr entsprochen als das Sterben Jesu. Aber genau hier liegt die entscheidende Pointe: Jesus stirbt nicht einen idealen Tod. Er stirbt den wirklichen Tod des Menschen, den Tod, der von den Schrecken der Sünde gezeichnet ist. Diesen Tod auf sich zu nehmen, war sein Auftrag. Und seine und unsere Rettung liegt nicht darin, daß sich eine unsterbliche Seele aus der Hülle des zerfallenen Leibes befreit, wie ein Schmetterling aus der Puppe. Es ist Gott, der hineinreicht in die Nacht des Todes und Leben aus dem Tode schenkt. Die Wirklichkeit Gottes ist stärker Es ist nicht die Hoffnung, daß irgend etwas im Menschen doch den Tod überdauern müsse, die diese Worte diktiert. Es ist das tiefe Vertrauen, daß Gottes Treue die Grenze des Todes durchbricht und an dem festhält, der Gott im Leben und Sterben nicht losgelassen hat. Wenn der Prophet Hesekiel in Kapitel 37 seines Buches schildert, wie durch Gottes Lebensodem ein Feld von Totengebeinen wieder lebendig wird, dann ist das zunächst ein Bild dafür, daß Gott das zerschlagene Volk der Juden wieder zu neuer Lebenskraft erwecken werde. Aber der entscheidende Punkt zukünftiger Hoffnung ist damit schon getroffen und eindrücklich veranschaulicht. Gott ist stärker als der Tod. Er, der durch sein Wort die Welt aus dem Nichts erschaffen hat, er kann auch Leben in den Toten erwecken. Das wird für die, die auf Gott vertrauen, zum Grund für die Hoffnung auf ein persönliches Leben bei Gott; für die aber, die auf ein ewiges Vergessen ihres Tuns spekulieren, ist es Anlaß zur Warnung. Darum unterscheidet schon Daniel 12, 3 zwischen einer Auferstehung zu unvergänglichem Leben und einem Erwachen zu ewiger Beschämung. Was sich hier im Alten Testament andeutet und in den spätesten seiner Schriften dann ausdrücklich genannt wird, das bewahrheitet sich für die neutestamentlichen Zeugen in der Auferweckung Jesu. Hier bricht die Liebe Gottes mit lebenschaffender Kraft in die Welt des Todes ein. Es war ja nicht nur der physische Tod Jesu, der seine Jünger verzweifeln ließ. Mit ihm waren auch all ihre Hoffnungen ins Grab gesunken, daß Gottes Herrschaft auf dieser Erde bald anbrechen würde. Wieder einmal hatten Liebe, Gerechtigkeit und Friede den kürzeren gezogen, und die Macht des Neides, des Hasses und der Eigensucht hatten gesiegt. Als sie dem Auferstandenen begegneten, war für sie nicht nur der Mensch Jesus wieder ins Leben zurückgekehrt. Ihre Hoffnung auf Leben, ihr Vertrauen in Gott und die Gewißheit seiner Liebe waren mit ihm auferstanden. Die Erscheinungen des Auferstandenen waren für die Jünger darum etwas ganz anderes als die Besichtigung einer ganz unglaublichen Kuriosität. Was hier geschah, reichte in ihr eigenes Leben hinein und erfüllte es mit nie gekannter Freude und Hoffnung. Darum blieb der Glaube an die Auferweckung Jesu auch nicht auf die beschränkt, die ihn mit eigenen Augen gesehen hatten. Der Funke sprang auf andere über, die erfaßten und glaubten: Mit der Auferweckung Jesu hat Gott begonnen, seine neue Welt zu schaffen, seine Herrschaft aufzurichten und mein Leben zu erlösen. Paulus hat die Gewißheit, die dieser Lebensfunke schafft, der von Jesu Auferweckung in unser Leben fällt, so beschrieben: "Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat,in euch wohnt, so wird Gott, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt" (Römer 8, 1 1). Keine weltanschauliche Theorie also ist der Grund für die Hoffnung des Christen, sondern seine innige Verbindung mit dem lebendigen Gott, die dieser durch Leben und Sterben Jesu begründet hat und durch das Wirken seines Geistes in uns gewiß macht. Daß diese Zugehörigkeit zu Christus der tragende Grund im Leben und im Sterben ist, hat Paulus in sehr eindrücklichen Worten im Römerbrief ausgesprochen (14,7-9): "Keiner von uns lebt für sich selbst, und keiner stirbt für sich selbst. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, ob wir nun leben oder sterben, gehören wir dem Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebende Herr sei." Wir versinken nicht ins Nichts Was aber folgt daraus für das Sein des Menschen
nach dem Tod? Lassen sich darüber klare Auskünfte geben,
oder müssen wir uns mit der Ansicht von Goethes Faust bescheiden:
"Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt?"
Gottes Ziel ist Leiblichkeit Paulus aber will an ihr festhalten, ja er bindet an sie die Wirklichkeit der Auferstehung Jesu und die Entscheidung darüber, ob es sich überhaupt lohnt, das beschwerliche Leben eines Christen zu führen. Daran hängt für ihn alles. Wenn es keine Auferstehung des Leibes gibt, dann sind Glaube und Hoffnung der Christen hinfällig (vgl. 1. Korinther 15,13-19.32). Warum ist für Paulus diese Aussage so wichtig? Sie macht für Gegenwart und Zukunft deutlich: Es geht Gott um den ganzen Menschen, und der ganze Mensch gehört zu Gott. Wahrscheinlich teilte man in Korinth die Meinung, daß der Körper des Christen für seine Beziehung zu Gott bedeutungslos sei. Entscheidend sei allein, was mit dem Geist des Menschen geschehe. Dieser aber sei durch Glaube und Taufe schon so eng mit Gott verbunden, daß der Tod nur noch letzte Befreiung von den Fesseln des Leibes sein könne, durch die der Geist zur völligen Gemeinschaft mit Gott gelangen werde. Diese Auffassung hatte Konsequenzen auch für das gegenwärtige Leben. Der Leib konnte nicht mehr als Instrument des Handelns Gottes verstanden werden. Was er tat, war gleichgültig. Man konnte versuchen, ihn durch asketische Übung möglichst abzutöten, man konnte ihn aber auch seinen natürlichen Trieben überlassen, ohne das mit der Verantwortung vor Gott in Verbindung zu bringen. Gott fragte nur nach der Innerlichkeit des Menschen (vgl. 1. Korinther 6,12 ff). Das ist der Hintergrund des Ringens des Paulus um die Auferstehung der Toten. Paulus weiß natürlich auch um die Probleme, die wir haben, wenn wir uns die Auferstehung der Toten vorstellen sollen. Und er bindet seine Gesprächspartner keineswegs an bestimmte Bilderbuchanschauungen. Schilderungen des ewigen Lebens, wie man sie bei den Zeugen Jehovas findet, wo jeder mit seiner Familie in einem paradiesischen Schrebergarten lebt, suchen wir bei Paulus vergebens. Er nagelt seine griechischen Freunde auch nicht auf die Vorstellungen seiner jüdischen Herkunft fest, in denen sehr massiv an eine Wiederherstellung von Fleisch und Gebein des Menschen gedacht wurde. "Das wissen wir auch", sagt er, "Menschen aus Fleisch und Blut können nicht in Gottes neue Welt gelangen. Ein vergänglicher Körper kann nicht unsterblich werden" (15,50). Die frühere Formulierung im apostolischen Glaubensbekenntnis, "Auferstehung des Fleisches", schoß also über das Ziel hinaus. Es bedarf auch nicht der Gebeine, um die Auferstehung möglich zu machen, wie diejenigen meinten, die die Ketzer verbrannten, damit wirklich nichts von ihnen für den Jüngsten Tag übrig bleibe. Paulus sagt statt dessen: Gott hat viele Möglichkeiten, leibliche und körperliche Existenz zu gestalten . Das "Wie" dürfen wir getrost ihm überlassen (vgl. 15,35-41). Das Entscheidende aber ist die Grundsatzaussage: Du bist als Mensch ganz erlöst - nicht nur ein besserer oder edlerer Teil von dir. Du bist ganz erlöst: auch mit dem, was du erlitten hast. Gott macht dein Leben heil und ganz, wenn er es vor sein Angesicht stellt. Die Verletzungen und Verwundungen werden geheilt, die Behinderungen überwunden, die Armut und der Mangel werden gefüllt. Du bist ganz erlöst: auch mit dem, was du getan hast. Was deine Hände erstellt, was deine Worte bewirkt und wohin dich deine Füße getragen haben, es steht in der Gegenwart Gottes und erhält von ihm seinen Sinn. Du bist ganz erlöst: auch in dem, worin du schuldig wurdest. Wo du andere verletzt oder ihr Leben zerstört hast, wo du dich im Trotz oder in der Resignation verweigert hast, wo du anderen den Platz weggenommen hast, einfach weil du da warst, Gott nimmt das an und versöhnt dein Leben mit seinen schuldhaften Folgen. Unser Leben steht vor Gott Wenn aber alles vor ihn gelangt, dann steht auch das Nein eines Menschen zu ihm und seiner Gnade vor Gott. Die Frage des Gerichts darf nicht umgangen werden. Zwar ist auch hier die Bibel zurückhaltend in ihrer Schilderung und ergeht sich keinesfalls im Ausmalen der Qualen der Verbannten, wie es manche mittelalterlichen Bilder vom Jüngsten Gericht tun. Im Grunde ist ja die Entscheidung auch schon gefallen: Im Johannesevangelium wird dies immer wieder betont: "Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um die Welt zu richten, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet!" (Johannes 3,17f). Gott stellt nicht den Unglauben des Menschen unter Strafe und vollstreckt irgendwann einmal das Urteil. Wer Nein zu Gott und seiner Liebe sagt, stellt sich selbst ins Dunkel und wendet sich vom Leben ab, das Gott schenkt. Das Tun selbst ist in sich schon Gericht und Strafe. Gottes letztes Wort stellt nur fest, was schon geschehen ist, behaftet den Menschen bei dem, was er selbst gewählt hat: ein Leben ohne Gott. Dabei dürfen wir darauf trauen, daß Gott tiefer sieht als wir, vielleicht manchesmal sogar tiefer als die Betroffenen selber. Sein Lebensbuch muß nicht mit unseren Kirchenbüchern übereinstimmen. Er weiß zu unterscheiden zwischen der Stimme des Herzens und oberflächlichen Worten, die nur verbergen sollten, was in der Tiefe geschah. Ihm dürfen wir auch die Antwort auf die Frage überlassen, wie er mit all denen verfahren wird, die in ihrem Leben der Botschaft von Christus nicht oder nur ganz unangemessen begegnet sind. Die Frage, ob andere die Möglichkeit hatten, sich zu entscheiden, entläßt uns nicht aus der Entscheidung, vor der wir stehen. Sagen wir ja zur Gnade Gottes - oder wenden wir uns von ihr ab? Gott nimmt uns ernst. Davon dürfen wir ausgehen. Das bedeutet aber, daß er auch unser Nein ernst nimmt und es nicht einfach mild lächelnd übergeht, wie das manche erwarten, die sich in diesem Leben über eine solche Behandlung bitter beklagen würden. Hier geht es nicht darum, ob Gott Gnade vor Recht ergehen läßt und beide Augen zudrückt. Sein Recht ist seine Gnade! Hier geht es vielmehr darum, ob er unsere Entscheidung so sehr respektiert, daß er sie verewigt. Was das im einzelnen bedeutet, wissen wir nicht. Wird es die Qual der Leere sein, eines Existierens ohne Gott, obwohl Gott plötzlich ganz gewiß und wirklich ist? Die Erfahrung des Nichts, ohne durch sie vernichtet zu werden? Oder ist es eine große Beschämung, die sich vor dem Angesicht Gottes ereignet, die den ganzen Schmerz eines verfehlten Lebens auslotet angesichts der Erkenntnis dessen, was ein Leben mit Gott hätte sein können? Gibt es durch das Gericht hindurch, jenseits dieser beschämenden oder vernichtenden Erkenntnis, eine letzte Begegnung mit Gott, die doch noch in die Gemeinschaft mit ihm führt? Deutet Paulus das an, wenn er sagt: "Gott hat alle in das Gefängnis des Ungehorsams eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen" (Römer 11, 32)? Ist dies das letzte Ziel der Erlösung, "damit Gott alles in allem ist" (1. Korinther 15, 28)? Wir wissen das nicht. Es sind auch nicht die Fragen, die jetzt zu beantworten sind. Hier ist allein die Frage entscheidend: Lebe ich heute mein Leben mit Gott? Von ihr hängt alles weitere ab. Gibt es ein Leben vor dem Tod? Die Botschaft der Bibel bejaht diese Frage. Wer sein Leben in Gottes Hand legt und seiner Liebe öffnet, der lebt ein erfülltes Leben, ein Leben, das Gott gehört und in ihm geborgen und glücklich ist. John Wesley, der Gründer des Methodisrnus, hat den Inhalt eines solchen Lebens mit Gott immer wieder mit der Formel "holiness and happiness - Heiligkeit und Glückseligkeit" umschrieben. Holiness (Heiligkeit) meint ein Leben, das zu Gott gehört und von seiner Liebe geprägt und ausgerichtet wird. Happiness (Glückseligkeit) beschreibt die Erfüllung durch den Frieden mit Gott und die Freude an seiner Nähe. Daß Gott dieses Leben mit ihm vollendet, wenn wir ihm im Tod begegnen, das ist die Hoffnung, zu der uns die Bibel Mut macht. In demütiger Zurückhaltung und zugleich in großer Gewißheit sagt der 1. Johannesbrief: "Meine lieben Freunde, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden, ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen: wenn Christus erscheint, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist" (1. Johannes 3, 2). Daß Christus uns in seine Gemeinschaft mit Gott hineinnimmt, das können wir glauben, darauf dürfen wir hoffen. Dr. Walter Klaiber
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