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Liebe Gemeinde,
Diese Becken rund um das Badebecken erinnern mich an die Taufe. Die Taufe ist im Bild gesprochen solch ein Becken, durch das die geführt werden, die Jesus zu seiner Gemeinde gerufen hat. In der Taufe werden die Sünden abgewaschen, und die Täuflinge werden bereit gemacht für ein Leben mit Gott, auch wenn der Heilige Geist viel mehr ist als eine kalte Dusche im Freibad. Wie beim Duschbecken gibt es bei der Taufe ein klares vorher – nachher. Wer einmal durch dieses Becken gegangen ist, wird das Gras der Sünde nicht mehr an die Füße bekommen. Zwar sind im Badebereich viele Möglichkeiten, neuen Schmutz an die Füße zu bekommen, aber die Wiese wird es nicht mehr sein. So wird der Täufling durch die Taufe der Macht der Sünde entrissen. Er gehört nun in ein neues Leben mit Gott, nicht mehr in das alte, in dem Gott keine Autorität hatte. Doch das Duschbecken ist nur Durchgangsstation. Das Ziel ist zu schwimmen. So ist die Taufe erst der Anfang eines intensiven Lebens mit Gott, der Täufling wird noch so manche Bahn in seinem Leben zu bewältigen haben. Um diese Einlassschleuse in Gottes Gemeinschaft ist in den vergangenen 2000 Jahren hartnäckig gerungen worden. Man war sich uneins, ob schon Säuglinge durch die Schleuse getragen werden sollten, obwohl sie doch noch nicht selbst entscheiden können, ob sie es auch wollen. Man fragte sich, was mit denen geschah, die trotz Taufe wieder in ihr altes Leben zurückkehrten. Sollten sie eine zweite Chance haben? Man rang darum, ob die Taufe nur ein Symbol für Gottes Annahme war, oder ob sich in dieser Zeichenhandlung auch wirklich etwas ereignete, Gott wirkte und Sünden abwusch. Viele Fragen wurden gestellt, bis heute ohne die letztgültige Antwort. Wahrscheinlich gehört das zu Gottes Zeichen dazu, dass sie nie ganz zu erfassen sind, immer wieder Grund zum Nachdenken geben. So wie Gott auch nicht zu erfassen ist und wir immer nur das wahrnehmen können, was er uns von sich zeigt. Deshalb möchte ich heute mit Ihnen in die Bibel schauen und neu lernen, was die Taufe in ihrem Kern bedeutet, warum sie bis heute auch für „alte Hasen“ wichtig ist und wie sie in unser Gemeindeleben hineinwirkt. Taufe bedeutet … Römer 6,3-11 Als Getaufte haben wir die Beerdigung schon hinter uns. Wir sind in Jesu Tod getaucht, sein Tod ist unser Tod, mit seinem Tod sind wir von den Fesseln des Bösen befreit, sie sind mit Jesus gestorben. Ein neues Leben haben wir vor uns. Noch steht die Auferstehung mit Jesus aus, aber sie strahlt schon auf diese Zwischenzeit und lässt uns das Leben in diesem neuen Licht sehen. So ähnlich mag es Lazarus gegangen sein, der von Jesus aus dem Grab geholt wurde, nachdem er schon vier Tage tot war. (Johannes 11) Ein neues Leben hatte für ihn begonnen, aber im Himmel war er noch nicht. Diese Zwischenzeit markiert ein kleines Wörtchen mit nur zwei Buchstaben: „in“. Jetzt sind wir in Christus, wir leben in der engen Verbindung mit Jesus, der uns nicht mehr loslässt. In Gemäldegalerien habe ich mit Interesse Selbstporträts von Malern angeschaut. Sie sehen sich mit ihrer Brille. Betonen das, was ihnen besonders auffällt, lassen weg, was ihnen missfällt. Ein schweizerischer Maler, Arnold Böcklin, malte in den Hintergrund einen Totenkopf, der Tod begleitete ihn offenbar. Welcher Gemütszustand des Malers mag dahinter gestanden haben? Ich will es mir gar nicht ausdenken. Wie anders das Bild, das wir von uns als Getaufte zeichnen können. Kein Totenkopf ist hinter uns, sondern der auferstandene Jesus Christus. Er verbindet sich mit uns und ist auf jedem Selbstbild, das wir von uns sehen und zeichnen, drauf. Auch wenn uns nicht alles gefällt, was wir auf diesem Selbstbild sehen, Jesus nimmt uns an, wie wir sind, er bleibt an unserer Seite. Wir machen Fehler und bleiben
in Christus. Er hält uns, korrigiert und ermutigt zur Umkehr.
Getaufte haben die Beerdigung hinter sich und ein Leben mit Jesus Christus vor sich. Mit Jesus leben heißt, in der Gemeinde zu leben, in der er sich mit seiner ganzen Fülle zeigen will. Diese Gemeinde ist schon ein Vorgeschmack auf den Himmel, denn wir werden nicht in unseren Privathimmel auferstehen, in unser Einfamilienhaus mit Garten drum herum und hohen Zäunen zu den Nachbarn. Wir werden mit dieser Gemeinde und noch vielen anderen Christen zusammen in Gottes Ewigkeit sein, zusammen geführt und gehalten durch Jesus und seinen Heiligen Geist. Nun könnten Sie einwenden, dass diese Bedeutung der Taufe doch nicht mit einer Kleinkind-Taufe vereinbar ist. Das Kind weiß doch noch nicht, was es durch die Taufe geschenkt bekommt, dass es dem Leben ohne Gott entrissen ist und zum neuen Leben gehört, dass es schon ein paar Wochen oder Monate nach der Geburt seine Beerdigung in Jesu Tod erlebt. Im Bild des Duschbeckens im Freibad: Die Taufe geschieht bei Kindern im Zeitraffer. Sie werden in das reinigende Wasser gestellt. Gott hat mit ihnen angefangen und wird in ihrem Heranwachsen ihnen immer näher kommen. Die Eltern und die Gemeinde werden es begleiten, lehren und unterstützen. Aber sie selbst müssen später den Duschknopf drücken und den Reinigungsvorgang und das Vorbereiten auf das neue Leben zu aktivieren. Die eigene Entscheidung oder Stellungnahme gehört dazu, sonst bleibt die Taufe als Angebot Gottes stehen, wird aber nicht persönlich in Anspruch genommen. Leben als Getaufte Auf Gott konzentrieren wir uns im Mitleben mit der Gemeinde, es ist die Gruppe von Menschen, die im Schwimmbad ihre Bahnen zieht. Dabei hat die Gemeinde zwei Aufgaben, für sich selbst und für andere ist sie da. Die Binnen-Aufgabe: Die Bibel zeichnet Bilder der Gemeinde als neue Familie, als neues Volk, als Bauwerk, bei dem jeder Stein wichtig ist. Sie ist notwendig, um als Seelsorgegemeinschaft zusammenzuhalten. Wir sind hier nicht als Arbeitsbienen oder -ameisen beieinander, sondern als Menschen, die bedürftig sind nach Gottes Liebe. Dies ist unsere Aufgabe aneinander, uns diese Liebe Gottes weiterzugeben, in dieser Liebe miteinander umzugehen, einander Schwester und Bruder zu werden, die Lasten gemeinsam tragen. So sind wir Ermutigungsgemeinschaft, die sich anreizt, auf Gott zu hören und ihn immer besser zu verstehen, seine Weisungen umzusetzen und darauf zu vertrauen, dass er Gelingen schenkt. Das führt zur Außen-Aufgabe. Die Außenaufgabe: Wir sind nicht zufrieden mit den paar Leuten, die sich im Schwimmbecken tummeln. Niemand soll ins Schwimmbad kommen und den eigentlichen Badespaß verpassen. Wir wollen viele ins Becken locken, in dieses wunderbare Element der Schwerelosigkeit. Manche versuchen, das Duschbecken so umzugestalten, dass der Übergang von der Wiese ins Wasser leichter wird. Sie installieren warme Duschen oder lassen sie ganz weg. Doch das hilft nichts. Wer nicht ans Wasser gewöhnt wird, dem erscheint es viel zu kalt zum Baden. Der rennt gleich wieder weg. Manche haben aufgegeben und sich gesagt, wir kümmern uns nur noch um uns selbst, die Leute wollen einfach nicht zu uns kommen. Und dabei merken sie, dass sie wirklich nur noch im eigenen Saft schwimmen, dass ihnen der Sinn verloren geht, sie ihre Bahnen schwimmen, aber nicht mehr wissen, wofür. Wie wir es halten sollten, liegt auf der Hand. Wenn die Leute nicht von selbst kommen, sollten wir zu ihnen gehen, uns zu ihnen aufs Badetuch setzen, ihnen von Jesus erzählen, sie einladen zu diesem Leben mit Jesus, das frei macht, in dem Vergebung geschieht und neue Horizonte sich auftun. Vielleicht lassen sich einige darauf ein und machen einen Versuch. Gott fängt mit ihnen an, schon lange vor der Taufe. Vielleicht müssen wir oft auch gar nicht auf die Wiese, viele Mitmenschen stehen ja schon bereit, sie haben nur noch nicht den Duschknopf gedrückt. Erzählen wir ihnen von Jesus und lassen wir sie Anteil haben an unserem Erleben. Wir werden erinnert: Du bist getauft Cornelia
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