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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Unterricht: Gott hat mich total gerne In der Lesung in Matthäus 5,13-16 spricht Jesus uns zu, dass wir Salz für die Welt sind. Und er spricht uns zu, dass wir Licht sind. Jesus Christus ist selber das Licht - wir brauchen uns nur von ihm anstecken zu lassen! Das ist unsere Basis, auf der wir stehen. Wir sind die Beschenkten und damit auch die Berufenen. Dieses Grundverständnis ist wichtig, wenn ich jetzt aus der Gute-Nachricht Bibel lese. Was muss ich tun, um das Ewige Leben zu bekommen? (Markus 10,17-22) Dieser Bibeltext könnte Ihnen bekannt vorkommen,
natürlich einmal, weil die Geschichte in drei der vier Evangelien
geschildert wird, aber vielleicht auch, weil Sie vor einem Vierteljahr
hier im Gottesdienst waren. Irene Kraft hat uns einen fiktiven Brief
von Petrus, der damals dabei war, an die Gemeinde in Neuenhain vorgestellt.
Hausaufgaben, die Jesus stellt Darauf kommt es an: mit Jesus unterwegs zu sein, nicht mit halbem Herzen, sondern mit ganzem. Und bevor Jesus zum Mitkommen auffordert, macht er ganz deutlich, dass er den reichen Mann lieb hat. Es geht Jesus wirklich nicht darum, unhaltbare Forderungen aufzustellen, sondern zu einem ganz besonderen Leben mit ihm persönlich einzuladen. Der reiche Mann war durch seine Besitztümer behindert. Ich denke nicht, dass bei Ihnen und bei mir der Reichtum das große Problem ist. Das, was mich heute an der Nachfolge und am ganzen Einsatz für Jesus hindern will, ist sicherlich bei jedem von uns verschieden, und das Thema ist mit Sicherheit nicht mein Lieblingsthema. Aber da, wo ich am schwächsten bin, stellt mir Jesus meine persönliche Hausaufgabe. Wenn wir also unsere persönliche Hausaufgabe von Jesus annehmen, hat Jesus die Chance, unsere Schwächen zu stärken. Ein Beispiel: Ein Tennis-Spieler steigert seine Spielstärke nicht durch noch mehr Training des Schlagarmes. Er trainiert seinen ganzen Körper und macht Konditionstraining, um richtig fit zu sein. Er lässt die anderen Muskeln nicht verkümmern. Können Sie sich das vorstellen, wie der Tennisspieler aussehen würde, wenn er nur Muskeln an einem Arm hätte? Wie würde sein Anzug aussehen? Auf der einen Seite hätte er einen soooo großen Ärmel, auf der anderen Seite einen verkümmert kleinen. Und wenn er diesen gut trainierten Schlagarm verliert, verliert er alles, was er hat. Jesus will nicht, dass wir einseitig rumlaufen, sondern gleichmäßig geistig fit sind. Christen sind rundum erneuerte Menschen. Und das heißt ganze Hingabe. Wir können und müssen unsere Hausaufgaben machen. Nur dabei erkennen wir unser Angewiesen-Sein auf Gott. Angewiesen-Sein auf Gott Die letzte Aufgabe in meinem Leben wird darin bestehen, auch beim Sterben an Jesus dran zu bleiben. Das hört sich jetzt natürlich traurig und düster an. Ich rede aber trotzdem vom Sterben, weil es ein extremes Beispiel für eine Situation ist, in der ich eindeutig auf Jesus angewiesen bin, denn spätestens dann kann ich gar nichts mehr tun. Manche Schwierigkeiten zwingen mich, das Angewiesen-Sein auf Gott wahrzunehmen und zu üben, und so lerne ich, bei allem, was ich tue, eine Hand nach Jesus auszustrecken. Ich möchte lernen, alles gemeinsam mit Jesus zu tun. Und wenn ich dann mal von dieser Erde abtreten muss, möchte ich keine Panik erleben, sondern ganz locker beten können "In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöst, Herr du treuer Gott." Das ist aus Psalm 31, Vers 6, so hat Stephanus gebetet, als er gesteinigt wurde, und das hat auch Jesus gebetet, als er gekreuzigt wurde. Ich halte das für die größte Herausforderung im Glauben, mich darüber zu freuen, dass ich auf Gott angewiesen bin. Dabei übe ich kindliches Vertrauen ein, das sich an den Vater im Himmel wendet: "Mein Papa wird's schon machen." Ich glaube, dass wir fröhlich sein dürfen in dieser Abhängigkeit von Gott, denn er hält uns nicht kurz, sondern schenkt uns das Allerbeste, was es im Leben gibt: Seine Nähe. Hausaufgabe für unsere Gemeinde Zwei Punkte möchte ich gerne aufgreifen. Bei "Unser Auftrag" haben wir formuliert: "Wir gestalten unsere Gemeinde bewusst so, dass sie anziehend und einladend auf Menschen wirkt." So sollen auch unsere Gottesdienste sein und die Veranstaltungsreihe "Gottesdienst im Gespräch" lädt alle Interessierten zum Austausch darüber ein. Beim letzten Mal hatten wir über Musik gesprochen, was sie uns bedeutet. Das Gespräch hat mir Mut gemacht, diesen Gottesdienst mit einem Liederblock zu beginnen, um Gott etwas ausführlicher als sonst mit unseren Liedern zu loben und anzubeten. Unter "Jesus Christus prägt die Gemeinde" beschreiben wir, dass unser geistliches Leben von gemeinsamen Gebet und seelsorgerlichen Beziehungen geprägt ist. Geistliches Leben ist schwerer zu sehen und zu beurteilen als einladende Gemeinde. Das Thema zielt auch viel stärker ins Intime und Persönliche, und deswegen möchte ich ganz behutsam anfragen, ob wir als Gemeinde dieses Thema schon ausreichend bearbeitet haben. Wir brauchen starke seelsorgerliche Beziehungen, um im Glauben wachsen zu können. Nicht gemachte Hausaufgaben - Schuld Gott hat uns ja gerade einen eigenen Willen gegeben, der auch mal gegen seinen Willen gerichtet sein kann. Wichtig ist, dass wir uns nicht frömmer machen als wir sind und ehrlich bleiben. Dann kann er selber dafür sorgen, dass Jesus mir wichtiger wird, wenn ich das denn zulasse. Aber so ist Gott treibende Kraft und nur so hat er die Chance, mein Leben auch in anderen Bereichen zu verändern. Und wenn Gott was macht, macht er es super-gut. Es kann aber auch sein, dass ich meine Hausaufgaben gar nicht machen kann. Vielleicht bin ich persönlich verletzt worden, so stark, dass ich weder Gott noch Menschen traue. Es kann dann sein, dass ich mich zurückziehe in mein Schneckenhaus und gar nichts mehr will. Es kann sein, dass ich gegen meine Unlust, Unsicherheit, Angst nicht ankomme und alles in Frage stelle. Oder ich greife zu den beliebten Mitteln, aus der Realität zu flüchten: Alkohol, Fernsehen, Computer, Arbeit, .... Ich möchte auf die Predigt von Cornelia Trick über Nehemia 3, zum Thema "Kraft zum Neuanfang: Bin ich dabei?" verweisen. Vor drei Wochen ging es um den Wiederaufbau der Stadtmauer Jerusalems. Ein ganz wichtiger Beitrag zum Gelingen des Wiederaufbaus war die Einigkeit der Bauleute, das Nebeneinander arbeiten am Reich Gottes. Und das setzt voraus, dass Jesus die Spannungen zwischen Menschen beseitigt, dass er Verletzungen heilt und Sünde vergibt. Jesus ist extra auf die Welt gekommen, damit wir unsere Probleme und unsere Schuld, unsere nicht gemachten Hausaufgaben loswerden können. Jesus ist gekommen, um uns in die Gemeinschaft mit ihm abzuholen. Das ist unser Da-Sein. Die Hausaufgaben führen weiter, wollen Wachstum ermöglichen. Sohn und Tochter des himmlischen Vaters bleibe ich, ob ich meine Hausaufgaben mache oder nicht. Ich will aber wachsen, und da, wo ich nicht weiterkomme, ist Jesus als Trainer da und sorgt selber dafür, dass sich meine verkümmerten geistigen Muskeln entwickeln. Meine Hausaufgabe Bei mir persönlich ist es der Umgang mit der Zeit, den ich von Gott her neu lernen muss. Ich möchte gerne meine Aufgaben rechtzeitig erledigen, damit ich auch freie Zeit habe, die ich für eine bewusste Begegnung mit Gott nutzen kann. Ich möchte in Gelassenheit und ohne Zeitdruck Bibel lesen, beten, vielleicht neue Wege geistlichen Lebens entdecken und einüben wie Meditation, Beten und Fasten. Ich möchte ganz nah bei Jesus sein, und die Fragen des Lebens neu an mich heranlassen. Ich brauche die Antworten ja nicht nur für mich alleine, sondern auch für meine Mitmenschen, die auf Gott angewiesen sind und seinen Trost brauchen, aber nie in eine Kirche gehen würden. Ihre Hausaufgabe Ich weiß nicht, was bei Ihnen das Thema ist, das Sie von Ihrer Hingabe an Gott abbringen will oder Ihre ungeteilte Offenheit und Liebe schmälern will. Vielleicht ist es notwendig für Sie, solche Dinge in Ihrem Leben aufzuspüren und Jesus an diese Stellen ran zu lassen. Vielleicht wollen wir als persönliche Hausaufgabe die Frage mitnehmen, wo Sie und ich Vorbehalte gegen Gott haben, wo wir uns nicht vorstellen können, dass Gott auch in diesem Lebensbereich zuständig ist. Und dann soll Jesus uns an diesen Punkten verändern, damit wir mehr und mehr mit ihm leben können. Ich möchte Sie nicht mit dieser Hausaufgabe entlassen - wir sind hier nicht in der Schule - sondern mit Gottes Zusagen möchte ich schließen:
Und so schließe ich mit der festen Überzeugung und der Hoffnung, dass Gott uns Gelingen schenkt bei unseren Aufgaben, und dass er uns zu fröhlichen Christen wachsen lässt, die sich gegenseitig und anderen Menschen den Weg zu Gott zeigen, so wie ein Leuchtturm den Schiffen auf dem Wasser den Weg zeigt. Holger
Lettnin
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