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Das Reich Gottes ist wie ein Samenkorn – oder: Hoffnung lohnt sich! Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: "Wenn Gott jetzt seine Herrschaft aufrichtet, geht es ähnlich zu wie bei einem Senfkorn, das jemand auf seinen Acker gesät hat. Es gibt keinen kleineren Samen; aber was daraus wächst, wird größer als alle anderen Gartenpflanzen. Es wird ein richtiger Baum, so daß die Vögel kommen und in seinen Zweigen ihre Nester bauen." |
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Es war einmal ein kleines Samenkorn. Es war eingesperrt in seiner harten Schale wie in einem Gefängnis. Traurig blickte es in den Tag. Eines Tages kam jemand, nahm es und legte es in die Erde. Dort lag es nun und wartete auf den nächsten Tag. |
| Mit der Zeit war es eingeschlafen, weil es so langweilig war und es sich in der engen Schale nicht bewegen konnte. Was sollte es auch sonst tun? So verging die Zeit. |
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Plötzlich aber wachte es auf. Was war das für ein fremdes Geräusch? Da sprach doch jemand. "Hab keine Angst, mein kleiner Freund!" sagte eine warme, starke Stimme. "Ich bin die Sonne. Ich helfe dir, damit aus dir etwas Großes werden kann." |
| Nach einer Weile klopfte es ganz leise, ganz sanft. "Hab keine Angst, kleines Samenkorn" sagte eine sanfte Stimme. "Ich bin der Regen". Ich mache dich ein bisschen nass. Doch das tut nicht weh. Ich bin ganz zärtlich. Das ist wichtig, damit aus dir etwas Großes werden kann!“ |
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Langsam verlor das Samenkorn seine Angst. Es wurde mutig und bewegte sich. Es streckte sich aus und dehnte sich und plötzlich war der Hals aus der Schale, denn die Schale war durch die Sonne und den ‚Regen ganz weich geworden. "Wie gut, dass du endlich herauskommst", sagte der Regen. "Jetzt können wir zusammen spielen. Die Erde ist schön feucht!" |
| "Hallo, liebes Samenkorn" sagte die Sonne. "Schön, dass du heraus kommst. Ich mache deine Wurzeln schön stark, dann kann dich niemand ausreißen und du hast ganz festen Halt". |
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Und das Samenkorn wuchs und wuchs und aus dem Samenkorn wurde ein richtiger großer Baum. Viele Vögel kamen, schauten sich den schönen großen Baum an und bauten ihre Nester in seinen Zweigen. |
| "So ist es mit dem Reich Gottes", sagte Jesus. "Es fängt ganz klein an, dann wächst es und wird groß. Es schlägt feste Wurzeln in den Herzen der Menschen und im Schatten der Liebe Gottes lebt es sich gut." |
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Und doch wissen wir: Wenn die Bedingungen stimmen, wenn wie in der Geschichte Erde, Sonne und Regen/Wasser da sind, dann kann aus dieser Nuss etwas wachsen, nach vielen Jahren sogar ein großer Baum dastehen. Jesus sagt: So ist es nicht nur in der Natur, die Gott sich so wunderbar ausgedacht hat – so ist es auch, wenn ihr Menschen mit Gott lebt, wenn ihr mir vertraut. Oft fängt das, was Gott schenkt und bewirkt ganz klein und unscheinbar an. Aber es trägt soviel Lebenskraft in sich wie so ein Samenkorn, dass etwas Großes daraus werden kann. Das Land Südafrika, das in unserem heutigen
Gottesdienst eine wichtige Rolle spielt, ist für mich das beste Beispiel
dafür. Als ich ein Kind und Teenager war, herrschte dort eine strikte
Trennung zwischen weißen und schwarzen Menschen. Die Weißen
beherrschten die Schwarzen, die Schwarzen wehrten sich. Es gab viel Hass
und Gewalt. In Europa wurde von manchen dazu aufgerufen, keine Waren –
z.B. Äpfel aus Südafrika zu kaufen, um gegen das Unrecht dort
zu protestieren. Wichtiger war aber, dass es Menschen – in Südafrika
und anderswo auf der Welt - gab, die die Hoffnung und den Glauben nicht
aufgaben, dass sich in Südafrika etwas ändern könnte. Und
es ist tatsächlich geschehen: Schwarze und weiße Menschen bewegen
sich aufeinander zu, versöhnen sich und wollen nicht mehr gegeneinander,
sondern miteinander in diesem Land leben. Natürlich funktioniert das
nicht von einem Tag auf den anderen, sondern es ist ein langer Weg, auf
dem es immer wieder Schwierigkeiten und Rückschläge gibt. Aber
wenn wir 20 Jahre zurückblicken, dann können wir staunend und
dankbar feststellen: aus einem Samenkorn ist schon ein ordentlicher Busch
gewachsen und mit Gottes Hilfe und Segen wird daraus ein großer schöner
Baum. Auch wir wollen mit unserer Sammlung "Kinder helfen Kindern" ein
wenig dazu beitragen, dass der Baum weiterwachsen kann.
Hoffnung lohnt sich im Großen: Wir müssen die schrecklichen Zustände, die in vielen Ländern der Erde herrschen, nicht als unabänderlich hinnehmen. Wir dürfen hoffen und beten, uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch engagieren. Gott kann Veränderung bewirken, Gott kann Schritte der Versöhnung ermöglichen. Hoffnung lohnt sich aber auch im kleinen, in meinem persönlichen Leben: Auch mir persönlich gilt das Versprechen, dass Gott in meinem Leben präsent sein will und dass ich merke, wie ich daraus Kraft schöpfe, wie ich wachse und reife. Manchmal wünschten wir uns so einen kleinen Zauberstab, mit dem wir eins, zwei, drei, ein Samenkorn in einen großen, starken Baum verwandeln könnten. Für unsere Probleme hätten wir am liebsten über Nacht eine Lösung, das Klima in der Schule oder am Arbeitsplatz sollte sich am besten sofort ändern, die eine oder andere Angewohnheit, die mich an mir selbst so ärgert, sollte am besten wie weggeblasen sein. So ist es leider in der Regel nicht, sondern wir machen auch da die Erfahrung: Wachstum, Veränderung, Versöhnung, Erneuerung brauchen Zeit. Sie gehen nur in kleinen Schritten voran, die manchmal kaum erkennbar sind. Aber das ist kein Grund mutlos zu werden. Im Gegenteil: Jesus lädt uns ein, ihm zu vertrauen, mit ihm zu leben, auf ihn und seine Hilfe zu hoffen. Dann wird sich nicht alles auf wundersame Weise von alleine regeln, sondern dann ist auch mein Einsatz und meine Bemühung gefragt. Ich muss selber etwas dafür tun, dass sich der Umgangston am Arbeitsplatz ändert. Ich muss selber etwas dafür tun, dass die Mathe-Note besser wird. Ich muss mich selber darum bemühen, meine Zunge besser im Zaum zu halten, ich muss selber lernen, mit Grenzen und Schwierigkeiten umzugehen – aber ich muss es nicht alleine tun. Jesus hilft mir, er gibt mir Kraft, verändert mich, läßt mich innerlich und äußerlich wachsen und reifen, er stellt mir Menschen an die Seite, die mich unterstützen Ganz gleich wie Sie sich jetzt gerade fühlen – ob eher wie ein winzig kleines Samenkorn oder doch schon wie ein kleinerer oder größerer Baum, uns allen gilt die Verheißung: Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Samenkorn, aus dem ein großer Baum werden kann. Das Vertrauen auf Jesus Christus wird nicht enttäuscht. Hoffnung lohnt sich! Irene
Kraft
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