Einmal ganz groß herauskommen
Gottesdienst am 17.03.2002 

Matthäus 20,20-28

Damals ging die Mutter der beiden Söhne von Zebedäus zusammen mit ihren Söhnen zu Jesus hin und warf sich vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. "Was möchtest du denn?" fragte Jesus. Sie sagte: "Ordne doch an, daß meine beiden Söhne rechts und links neben dir sitzen, wenn du deine Herrschaft angetreten hast!" Jesus sagte zu den beiden Söhnen: "Ihr wißt nicht, was ihr da verlangt. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?" "Das können wir!" antworteten sie. Jesus erwiderte: "Ihr werdet tatsächlich den gleichen Kelch trinken wie ich, aber ich kann nicht darüber verfügen, wer rechts und links neben mir sitzen wird. Auf diesen Plätzen werden die sitzen, die mein Vater dafür bestimmt hat." 
Die anderen zehn Jünger hatten das Gespräch mit angehört und ärgerten sich über die beiden Brüder. Darum rief Jesus alle zwölf zu sich her und sagte: "Ihr wißt: Die Herrscher der Völker, die Großen in der Welt, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muß es anders sein! Wer von euch etwas Besonderes sein will, soll den anderen dienen, und wer von euch an der Spitze stehen will, soll sich allen unterordnen. Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben."

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
haben Sie auch schon mal davon geträumt, durch irgendetwas berühmt zu werden? Gerade als Kind malt man sich doch die dollsten Sachen aus: Ein Fußballstar werden, ein berühmter Pianist, Film- oder Popstar, Schriftstellerin, Politiker, Wissenschafler... Berühmt zu sein, hat doch einen gewissen Reiz: man wird von anderen bewundert, hat Einfluss, ist gefragt/ bekannt, reich, kommt in der Welt herum ... Das hat was!

Nun, ich denke von uns sind wohl die wenigstens Minister, Film- oder Fußballstars, und wollen es vielleicht auch gar nicht mehr werden. Schließlich weiß man ja auch genug über die Schattenseiten des Erfolgs, u.a. aus den Zeitschriften, die man natürlich nur beim Zahnarzt oder Friseur liest. 

Aber der Wunsch, etwas Bedeutendes zu sein oder in seinem Leben zu vollbringen - in dem Bereich, in dem wir gerade stehen und zu tun haben - ich glaube, der steckt doch tief in jedem von uns und ist etwas sehr menschliches. Wenn ich schon nicht auf nationaler oder internationaler Ebene ein Held/ eine Heldin bin, dann aber vielleicht wenigstens in einem kleinen Bereich meines Lebens.

Es im Leben zu etwas bringen - diesen Satz hört man immer wieder. Erfolg auf der WaageDas ist vielen ganz wichtig. Jeder braucht irgendwie das Gefühl, dass er etwas kann, jeder braucht ein gewisses Maß an Bestätigung und Bewunderung durch andere. Das steigert den Selbstwert und das Selbstbewusstsein. Wo die Anerkennung ausbleibt, kommen die Selbstzweifel: was kann ich schon? Wozu bin ich schon zu gebrauchen? So hat wohl jeder irgendwo einen gewissen Ehrgeiz. Für die eine und den anderen geht es darum, eine gute Mutter/ ein guter Vater zu sein, einen guten Schulabschluss zu machen, ein gutes Examen, immer besonders freundlich zu den Kunden sein, bei den Kollegen anerkannt und geschätzt zu sein, viele Freunde zu haben, im Sport tolle Leistungen zu erbringen, in der Firma die besonders wichtigen Aufträge an Land zu ziehen, besonders schnell und zuverlässig zu arbeiten oder einfach nur für einen Menschen, den man gern hat, etwas Besonderes, wichtig zu sein.

Denn das Gefühl ersetzbar zu sein ist sehr schmerzlich. Das möchten wir möglichst vermeiden. Genauso ist es sehr unbefriedigend, wenn niemand meine Arbeit würdigt, wenn ich viel Zeit für etwas investiert habe und keinen Dank/ kein Lob dafür bekomme. Manchmal fühlt man sich dann ausgenutzt, verkannt. Jede/r erwartet für ihren/ seinen Einsatz irgendwie Anerkennung/ einen Dank/ Lohn oder wenigstens Beachtung. Das ist etwas ganz Selbstverständliches. 

Der Predigttext, den wir vorhin gehört haben, zeigt, dass das bei den Jüngern damals nicht anders war. Irgendwie finde ich die beiden, Jakobus und Johannes, ja ganz schön dreist. Kein Wunder, dass die anderen sich darüber ärgern. Andererseits, sie sprechen es immerhin aus, was die anderen vielleicht nur heimlich hofften. Sie bringen ihren Wunsch zum Ausdruck: ich möchte gerne etwas Besonderes im Reich Gottes sein, ich möchte bei Gott gerne groß herauskommen, ich möchte mitwirken und Anteil haben an Jesus Herrlichkeit und Macht. Dort wo etwas im Namen Gottes geschieht, wo Menschen geheilt werden, wo Gemeinden wachsen und Menschen sich zu Gott bekehren, wo Gottes Macht, sein Reich sichtbar wird, möchte ich dabei sein, möchte ich mitwirken!

Ist das denn so verwerflich? Nein. Jesu Antwort zeigt: es ist bestimmt kein verkehrter Wunsch, Anteil am Reich Gottes haben zu wollen. Aber der Weg dorthin bzw. das Leben unter Gottes Herrschaft sieht anders aus, als die Jünger, als wir es uns oft vorstellen, nicht so glorreich und glanzvoll. Deshalb sagt Jesus: "ihr wisst nicht, worum ihr eigentlich bittet, was damit verbunden ist. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?"

Der Kelch, den man trinken muss, ist schon im alten Testament ein Bild für Leid, das man durchzustehen hat und gewaltsamen Tod. So ist es ja auch an der Stelle gemeint, wo Jesus zu Gott betet: "Lass diesen Kelch an mir vorübergehen". Jesus fragt also zurück: Könnt ihr Leiden auf euch nehmen/ durchstehen/ ertragen? Damit macht er klar: Anteil haben an Jesu Macht und Herrlichkeit heißt, auch an seinem Leiden und Sterben Anteil haben. Es bedeutet, sich mit Leid auseinandersetzen zu müssen, dem Leid in die Augen zu schauen, es zu tragen, es in Kauf zu nehmen. Es kann bedeuten, zurückgewiesen zu werden, verlassen zu werden, zu Unrecht beschuldigt zu werden, Schmerzen zu erdulden, ..., wie Jesus!

Nein, Jesus verurteilt nicht den Wunsch, groß und bedeutend zu sein, aber er macht deutlich, dass das alles andere als leicht ist und er verdreht die/ setzt neue Maßstäbe. In Vers 26 folgende heißt es: "wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der erste sein will, soll euer Sklave sein" Das passt doch nun ganz und gar nicht zu unseren Wünschen und Vorstellungen von Größe. Die wirklich Großen, sagt Jesus, sind die Diener, also die, die eigentlich am wenigsten Ansehen genießen, die am wenigsten auffallen, am wenigsten Einfluss haben, die sich unterordnen, die im Hintergrund stehen, die sich selbst zurücknehmen können, die Handlanger sind oder im Schatten anderer stehen, deren Namen nicht bekannt sind ...

Aber begehrt unser Ich nicht gerade dagegen auf? Ich möchte doch gerade gesehen und beachtet werden. Und es kann ganz schön weh tun, wenn anderen mehr Beachtung zuteil wird. Wie kann Jesus hier etwas verlangen, was mal wieder vollkommen dem sonst üblichen menschlichen Regungen entgegen steht?

Jesus will uns mit seiner Definition von wahrer Größe in die Freiheit führen. Denn wer immer auf das Lob und die Anerkennung der anderen bedacht ist, ist unfrei, abhängig. Wie oft bestimmt gerade das mein Handeln, was die anderen denken, erwarten, toll finden? "Dienen aber gibt eine große Freiheit. Dienen macht es uns möglich, nein zu sagen zum Statusdenken der Welt." (Richard Foster, amerikanischer Theologe)

Sich selbst zurücknehmen, ein ganz entscheidendes Kennzeichen eines Dieners, kann nur, wer innerlich frei ist, wer von sich frei ist bzw. von der Meinung der anderen. Nicht sich selbst zuerst im Blick haben, sondern den, dem man dient, darauf kommt es an. In dem Moment geht es nicht darum, was wir wert sind, sondern, was der/ die andere benötigt. Richard Foster unterscheidet in seinem Buch "Nachfolge feiern" zwischen zwei Arten von Dienen: dem selbstsüchtigen und dem wahren Dienen.

Wahres Dienen erwächst aus einer tiefen inneren Beziehung zu Gott. Wir führen dann nur die göttlichen Anweisungen aus, das, wozu wir innerlich angeregt werden.

Selbstsüchtiges Dienen will imponieren, auf geistlicher Ebene Punkte sammeln, es erfordert äußeren Lohn. Man möchte wissen, dass die Leute diese Anstrengung sehen und schätzen, man sucht menschlichen Beifall - natürlich in angemessener religiöser Bescheidenheit - man wartet auf Dank und positive Reaktionen.

Wahres Dienen bleibt im verborgenen zufrieden. Gottes Zustimmung und Anerkennung genügen ihm.

Wenn ich diese Unterscheidung sehe, frage ich mich, wer kann denn schon so selbstlos dienen? Ich schaffe es jedenfalls sehr oft nicht. Mir ist der äußere Lohn nicht so egal. Doch gerade darauf kommt es an. Jesus sagt: Wer sich selbst zurücknehmen kann, wer sich nicht zu schade ist, anderen zu dienen, ohne dabei gesehen zu werden, ohne dafür bewundert zu werden, der ist wirklich groß. Allein, was Gott in dir sieht, zählt. Das soll unsere erste Priorität sein. Und er sieht mehr als die anderen sehen. Ihm müssen wir nicht beweisen, was wir können, wir müssen seine Anerkennung nicht erst gewinnen oder seine Aufmerksamkeit. Er liebt uns ja schon längst. Die anderen wollen doch eigentlich immer nur unsere starken Seiten sehen, Fehler und Schwächen sind nicht erwünscht. Aber wir haben nun mal auch Schwächen und wir machen immer wieder Fehler. Und Gott weiß das und wendet sich deshalb nicht von uns ab. Im Gegenteil.

Da wo andere Menschen ungnädig mit uns sind, weil wir nicht so tolle Leistung erbracht haben, da wo sie andere uns vorziehen, sieht Gott uns voller Gnade und Liebe an und sagt: Du bist richtig, du bist wertvoll. Deshalb sollten wir uns nach seinen Maßstäben orientieren. Die Bewunderung der anderen ist verlockend, aber nicht sehr beständig. Sie kann schnell umschlagen. Für sie muss ich immer was tun. Aber für Gottes Bewunderung muss ich nichts tun.

Diese Erkenntnis wird in uns die Freiheit bewirken, ein Diener zu sein. Ich will mich immer wieder korrigieren und die Motive meines Handelns überprüfen. Worum geht es mir, wenn ich diese oder jene Aufgabe übernehme: einen Artikel für den Gemeindebrief schreibe, predige, Kuchen backe, ein Fest organisiere, mein Geld zur Verfügung stelle, Musik mache, meine Zeit für die Gemeinde opfere ....? Was ist mit meinem Perfektionismus? Möchte ich die Sache 100%ig gut machen, um Gott damit die Ehre zu geben oder um selbst ein bisschen Lob abzubekommen? Was ist, wenn niemand hinterher etwas sagt? Bin ich dann enttäuscht? Mache ich dann trotzdem weiter?

Natürlich brauchen wir auch etwas Bestätigung. Das will ich gar nicht in Frage stellen. Ich will wirklich nicht sagen, dass wir uns am besten gar nicht mehr gegenseitig loben, wenn wir etwas gut gelungen finden. Aber es ist wichtig für uns, dass wir uns nicht von der Bestätigung der anderen abhängig machen, dass wir eben auch im Verborgenen bleiben können und uns Gottes Anerkennung genügt. Dazu gehört auch, dass wir manchmal einfach keine Frucht wachsen sehen und nur vertrauen können, dass vielleicht irgendwann einmal die Samen unseres Dienstes aufgehen werden. Natürlich ist es schwer, wenn um uns herum die anderen ganz viel Frucht wachsen sehen.

So ein Diener zu sein, der frei von äußerem Lohn ist und sich so sehr zurücknehmen kann, kann wohl keiner aus sich selbst heraus. Das geht nur in der Beziehung zu Jesus. Jesus macht uns dazu fähig. Er ist zu uns gekommen, um uns zuerst zu dienen und er sagt uns. "Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele." (Vers 28)

Ohne Jesus so ein selbstloser Diener sein zu wollen, wäre der reinste Krampf oder Selbstkasteiung. Aber weil Jesus sein Leben für uns hingegeben hat, schafft er neue Bedingungen, schafft er eine neue Freiheit. Er hat uns erlöst von allem, was uns vorher gefangen genommen hat. Wir müssen nun nicht mehr länger in uns selbst gefangen sein, wir müssen niemand mehr beweisen, dass wir liebenswert sind. Wir müssen nicht mehr irgendwie gutmachen, was wir in unserem Leben mal vermasselt haben. Wir müssen uns unsere Anerkennung bei Gott nicht mehr verdienen. Er hat uns befreit, erlöst - zur Liebe!

Diese Liebe dürfen wir an uns geschehen lassen. Diese Liebe krempelt uns um. Es geht nicht um Anstrengung, sondern um ein Geschehen- Lassen. Deshalb müssen wir uns auch nicht anstrengen, Diener zu werden oder zu sein. Wir sind es allein dadurch, dass wir Jesus an uns wirken lassen, dass wir ihn uns dienen lassen, dass wir unsere Maßstäbe von ihm korrigieren lassen.

Die Voraussetzung, um den Kelch trinken zu können - die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt - ist, sich geliebt zu wissen. Nur weil Jesus sich ganz und gar von Gott geliebt wusste, sich in seinen Händen wusste, konnte er sagen: "Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst soll es geschehen."

Nur wenn wir uns ganz und gar von Gott geliebt wissen, können wir auf die Anerkennung anderer verzichten und selbstlos dienen.

Und wie können wir uns so geliebt wissen? Indem wir auf Jesus schauen und hören. Durch Jesus zeigt Gott uns: Du bist erwählt/ bestimmt, Gottes Kind zu sein. Du bist kostbar in Gottes Augen. Gott sagt: Ich kenne dich, ich sehe dich, wie du bist, ich möchte eine Ewigkeit mit dir zusammen sein, ich möchte, dass dein Leben gelingt. Diese Wahrheit gilt es, immer wieder in unserem Leben zu bejahen und zu verinnerlichen. Wenn wir das getan haben und tun, können wir auf so manchen Ruhm verzichten, werden auch Schmerzen und Leid, die uns begegnen, uns nicht von dieser Wahrheit der Liebe Gottes trennen. Wenn wir entdecken, dass wir erwählt, einmalig und persönlich geliebt sind, sehen wir auch, dass die anderen es genauso sind.

"Wirklich geistlicher Dienst, fängt damit an, dass Sie dieses Erwähltsein/ Geliebtsein glauben lernen und fähig werden, anderen Menschen zu helfen, das auch zu entdecken!" (H. Nouwen) Anderen Menschen helfen, ihr Geliebtsein zu entdecken! Das ist Dienst. Das kann auf vielerlei Weise geschehen: wenn man sich Zeit nimmt, jemandem zuzuhören, anderen gegenüber aufmerksam ist, sensibel ist für die Bedürfnisse der anderen, ... So ist Dienen nicht gleichzusetzen mit Dingen, die keinen Spaß machen. Im Gegenteil: Es ist doch etwas Schönes, anderen zu helfen, ihr Erwähltsein zu entdecken. Es kommt auf die Einstellung an. Es kommt auf das Wissen an: Ich bin von Gott geliebt. Ich bin in Gottes Augen etwas Besonderes, auch wenn ich vielleicht an einem Platz im Leben, im Beruf, in der Gemeinde stehe, der leicht übersehen wird, der nicht so glanzvoll ist, der nie im Mittelpunkt steht. Aber es ist meine Aufgabe, mein Platz, an den Gott mich hingestellt hat, wo er mich gebrauchen will, wo ich ihm und anderen dienen kann. Das allein zählt.

In meinem Vorpraktikum tat ich mich ziemlich schwer, den Platz, an dem ich gelandet war, anzunehmen. Alle andere Praktikanten waren begeistert und schwärmten von dem Ort, an dem sie ihr Praktikum machten. Ich fühlte mich total übergangen. Irgendwann in dieser Zeit fiel mir eine kleine Geschichte in die Hände. Mit dieser Geschichte möchte ich jetzt schließen.

Die Fabel von den Schattenpflanzen
Als Gott die Pflanzen erschaffen hatte, fragte er sie, wo sie am liebsten leben und blühen möchten. Sie streckten sich aus, schauten umher und wünschten dann alle, dort zu leben, wo sie der Sonne entgegenwachsen und sich nach allen Seiten frei entwickeln könnten.
Er sah sie lange an und sprach dann: "Ich verstehen euren Wunsch. Ich habe euch alle als Lichtpflanzen geschaffen. Aber ich muß auch an den Schatten denken, den ihr, ob ihr wollt oder nicht, unter der Sonne werfen werdet. Ich kann unter eurem Schatten nicht nur Sand und Steine liegen lassen. Es muß auch Pflanzen geben, die den Boden Feucht halten, damit ihr an der Sonne nicht austrocknet."
Und er bestimmte einige von ihnen zu Schattengewächsen. Er behandelte sie so sorgfältig wie die Sonnenpflanzen. Er stattete sie mit weichen, dünnen Blättern aus, damit sie das spärliche Licht um so üppiger auswerten könnten. Er gab ihnen feine Haare, die gleich kleinen versteckten Spiegeln die einfallenden Strahlen vielfältig auffangen und so auch im Halbdunkel ein Abglanz des großen Lichtes sein könnten.
Dennoch fanden sie sich mit ihrer Bestimmung nur schwer ab. Sie fragten ihren Schöpfer: "Was gibst du uns zum Ausgleich für den verlorenen Sonnenglanz?"
Er antwortete ihnen: "Ich gebe euch Sonnenpflanzen an die Seite, die nicht vergessen, dass sie mit euch zusammen gedeihen, wie ihr mit ihnen zusammen gedeiht. So wird aus lichtvollem Leben Schatten und aus den Schatten neues Leben werden. Und es wird für euch gut sein."
So wuchs aus Licht und Dunkel ein untrennbares Geflecht und wurde aus Morgen und Abend ein ganzer Tag. (Werner Reiser)
Maren Herrendörfer


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