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Liebe Gemeinde,
Jesus Christus will uns mit Gott vereinen. Denn wir Menschen haben uns von Gott entfernt. Jesus will die Trennung zwischen Gott und uns Menschen überbrücken. Gott liebt uns, so wie wir sind. Gott wartet auf uns. Gott ist bereit, unsere Schuld zu vergeben, wenn wir zu ihm zurückkehren. Das ist sein Evangelium. Das ist die frohe Botschaft. Wir sind aber immer wieder versucht, unserer eigenen Agenda zu folgen. Auch Jesus ist versucht worden. Der Versucher wollte ihn von Gott trennen - was ihm aber nicht geglückt ist. Lesen Sie den Predigtext und achten Sie im Besonderen darauf, wie Jesus reagiert hat. Mit welcher Strategie ist Jesus der Versuchung begegnet? Matthäus 4,1-11 1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht." 5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): "Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt." 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen." 8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen." 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm. In den beiden ersten Versuchungen hat die Versuchung eine besondere Form: "Wenn Du Gottes Sohn bist, dann" und es folgt eine Aufforderung sich als solcher zu erweisen. Hintergedanke ist jeweils, entweder Du bist es oder Du bist es nicht. Dazwischen gibt es nicht viel. Also zeige Dich. Erweise Dich als der, der Du zu sein behauptest. Hier wird also ein ordentlicher Druck auf Jesus ausgeübt. Jesus begegnet solchen Anfragen mit Schriftworten:
Nachdem der Versucher im ersten Anlauf gescheitert war und mit einem Bibelvers korrigiert wurde, hat er im zweiten Anlauf selbst einen Bibelvers in seine Versuchung mit eingebaut. Dafür hat er den Vers aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist eine beliebte Methode, auch erfahrene Christen vom rechten Wege abzubringen. Jesus selbst aber kann auch dieser Versuchung ein Bibelwort entgegen setzen. Die dritte Versuchung ist ein plumper Versuch, mit materiellen Dingen Jesus von Gott zu trennen. Wie erwartet reagiert Jesus souverän. Als Sohn Gottes gehört ihm doch sowieso die Welt. Aber wie sieht es mit uns aus? Was bedeuten uns Haus, Auto, Arbeit, Reisen? Wieviel geben wir von dem, was Gott uns anvertraut hat, wofür aus? Sind wir uns sicher, dass wir uns nicht von der Welt kaufen lassen? Wieviel Zeit bringe ich persönlich ein in das Reich Gottes? Wieviel investiere ich in meine Karriere? Ich will nicht fordern, dass jeder mehr Zeit in das Reich Gottes zu stecken habe als in seine Arbeit. Aber die Frage, die ich stellen muss, heißt. Läßt Deine Arbeit es zu, daß du dich in dieser Gemeinde so engagierst, wie Gott es sich von dir wünscht? Hörst du überhaupt noch Gottes Stimme? Wenn die Frage nach Überstunden, nach mehr Geld, nach Wochenendarbeit, nach noch einem Auftrag aufkommt - wie steht es dann mit den verinnerlichten Werten aus der Bibel? Ist der Sonntag noch heilig, oder arbeitest du bereits für die nächste Woche vor? Auf Jesus zu sehen und zu erleben, wie er den Versuchungen wiederstanden hat, ist eine Sache. Selber eine Versuchung auch nur zu erkennen, eine ganz andere. Jesus ist noch mehrere Male von verschiedenen Menschen mit einer "Wenn du bist" Versuchung konfrontiert worden. Zuletzt als er ans Kreuz ging, um die Schuld der Welt auf sich zu nehmen. Als er uns den Weg der Gnade aus der Welt der Versuchung bahnte, auch da wurde er selbst versucht: "Wenn du der Sohn Gottes bist, so steig herab vom Kreuz". Das ist der Ruf des Volkes (Matthäus 27,30), das ist der Ruf der Soldaten (Lukas 23,37) und der Ruf des Übeltäters (Lukas 23,39). Versuchungen widerstehen, d.h. vor allem sich nicht fremden Meinungen und Erwartungen beugen. Gott hat uns geschaffen. Mit seinem Wort können wir uns ein Bild davon machen, wie er sich uns gedacht hat. Dieses Bild weicht ab vom Bild der Nichtchristen um uns herum. Ganz klar, dass wir diesen Erwartungen nicht entsprechen können. Ganz klar, dass wir diesen Erwartungen nicht entsprechen wollen. Christ sein heißt, im Widerspruch zu seiner Umwelt zu leben. Christ sein setzt voraus, nicht im Schmusekurs mit seiner Umwelt zu leben. Denn wo immer wir mit Erwartungen konfrontiert werden, die nicht geistlich sind, da sind dies Versuchungen, dass wir uns der Meinung der Welt anpassen. Vielleicht denken Sie jetzt, dass Sie es ganz gut schaffen, Christ zu sein, ohne mit der Mitwelt im Streit zu liegen. Und natürlich sollen wir uns auch nicht mit allen verwerfen. Wir sollen und wollen unsere Nächsten ja lieben. Aber diese Liebe darf nicht zu Kosten der Wahrheiten aus der Bibel gehen. Wir dürfen uns nicht verleugnen, um Konfrontationen aus dem Wege zu gehen. Um dieses zu verdeutlichen möchte ich ein
Experiment mit Ihnen machen. Markus Vogt hat eine leere Sprudelflasche
mitgebracht.
![]() Diese Sprudelflasche verdeutlicht unseren Körper. Wir haben auf Grund unserer materiellen Dimension eine äußere Begrenzung. Und wir haben Platz in unserem Inneren für Geist. Diese Flasche ist zwar ein plumpes, aber in dieser Hinsicht treffendes Modell für uns. Irgendwann kommen wir zum Glauben. Das heißt, wir sind bereit, Jesus in unser Leben hinein zu lassen. Ja wir laden Jesus ein, uns den Heilgen Geist zu senden, damit er uns ausfüllt. Wir verdeutlichen das, indem wir diesen Luftballon in die Flasche hineinstecken und aufblasen.
Die Luft in den Luftballon kommt von außen. Die Flasche muss hier gar nichts tun. Der Ballon füllt sich rasch. Der Ballon breitet sich in der Flasche aus und stößt gegen die Wände. Es passiert wie gewünscht. Jesus kommt in den Menschen hinein. Und durch den Kontakt mit den Wänden ist Jesus sogar spürbar. Viele Menschen, die eine charismatische Ader haben, meinen, das sie, weil sie Jesus in sich spüren, ganz von ihm erfüllt sind.
Wenn wir uns die Flasche genauer ansehen, stellen wir fest, dass es zwar am Anfang ganz rasch ging, dass dann aber der Luftballon den Eingang verstopft hat. Dadurch kann die Luft in der Flasche nicht mehr entweichen. Weil die Luft, die noch in der Flasche steckt, nicht mehr entweichen kann, muss die Luft zusammengepresst werden, wenn mehr Luft in den Luftballon hinein soll. Weil der Druck von außen nicht beliebig größer werden kann, kann der Luftballon nicht die ganz Flasche ausfüllen. Die Restluft in der Flasche drückt zurück. Das ist es, was viele Christen in Ihrem Leben erfahren. Sie haben sich ganz Gott geöffnet. Und am Anfang ist auch viel passiert, aber dann die weiteren Schritte, die wurden immer kleiner. Jede neue Veränderung kostet plötzlich so viel Kraft. Und spürt man in sich hinein, so entdeckt man noch so viele Ecken, in denen Christus gar nicht vorzukommen scheint. Ja, man wünscht sich, dass es weiter geht wie am Anfang. Aber letztlich ist man irgendwie enttäuscht, wie wenig das eigene Leben nach einem christlichen Leben aussieht. Ja von vorne, da sieht man die Dinge, die bereits umgesetzt sind, aber wenn man tiefer gräbt, dann bleibt eben doch eine große Luftblase in einem, die ist, wie es früher war. Eine Restluft, die nicht entweichen will, die sich nicht mit dem Geist Gottes verträgt, die den Gesetzen der Welt folgt. Das ist der Punkt, wenn einem das klar wird. Denn man kann in seinem Glauben nicht weiter wachsen, indem man noch etwas mehr Bibel liest. In dem man noch ein frommes Lied mehr auswendig lernt. Sich noch einen Bibelkalender in das Treppenhaus aufhängt oder sonst irgendetwas tut. Man kommt nicht mehr richtig weiter, indem man die christliche Maschinerie benutzt Man kommt nicht mehr weiter, in dem man den christlichen Außendruck erhöht. Etwas Neues muss geschehen. Man muss sich nicht mehr auf seinen Glauben und die Wahrheit Gottes konzentrieren, sondern man muss wahrnehmen: Da ist etwas in mir, das sich nicht mit Gott verträgt. Dieses etwas erzeugt in mir einen Gegendruck. Je mehr Gott ich in mir aufnehmen will, um so stärker drückt es dagegen. Das ist der Punkt, wo wir uns eingestehen müssen, dass es das Böse gibt. Dass es den Versucher, den Widersacher gibt. In unserer aufgeklärten Welt ist der Teufel längst zur Werbepuppe für heiße Suppen oder leckeres Eis verkommen. An Gott glauben, das geht noch an. Aber der Teufel? Den haben wir weit hinter uns gelassen. Ich will Sie jetzt nicht auffordern, an irgend welchen Vorstellungen aus der Kunst anzuknüpfen und ein neues Bild vom Teufel zu akzeptieren. Aber wenn es etwas gibt in uns, das uns daran hindert, Jesus ähnlicher zu werden, das uns daran hindert, genauso im Glauben weiter zu wachsen, wie wir es von den ersten Monaten unseres Glauben her kennen. Dann sollten wir dieses "Etwas" sehr ernst nehmen. Dann sollten wir uns mit diesem Gegendruck beschäftigen und fragen, wie wir es aus uns herausbekommen. In allen Glaubensdingen werden wir immer wieder feststellen, dass uns die Lösung aus Gnade geschenkt wird. Wenn wir Gott nur darum bitten. So auch in diesem Falle. Wenn wir in die Flasche ein kleines Röhrchen einfügen, dann kann die Luft entweichen. Mit einem kleinen Röhrchen in der Flasche, kann man den Luftballon aufblasen und er nimmt seinen Platz in der Flasche ein. Die Luft in der Flasche, die vorher noch das ausbreiten des Luftballons verhindert hat, die entweicht nun über das kleine Röhrchen. Wieder kann die Flasche selbst keinen eigenen Beitrag liefern. Wieder kommt von außen alles, was die Flasche ausfüllt. Auch das Röhrchen muss von außen kommen. Der einzige Unterschied ist, dass man sich ab einem bestimmten Punkt in seinem Glauben damit beschäftigen muss, dass wir im täglichen Leben überall und immer wieder geistlichen Versuchungen ausgesetzt sind. Nur wenn wir diese Entdeckung machen, dass wir tatsächlich versucht werden. Nur dann werden wir diese Versuchungen als solche auch erkennen. Und nur wenn wir sie erkennen, dann werden wir uns an Schriftworte aus der Bibel erinnern, die uns ganz genau sagen, was richtig ist. Nur wenn wir damit rechnen, dass wir versucht werden - nur dann kann uns das, was in unserem Glauben bereits gewachsen ist, helfen, den Gegendruck abzubauen. Und mit jeder bestandenen Versuchung wächst unser Glauben mehr und mehr.
Wenn wir dann Gott bitten, uns mehr und mehr auszufüllen, dann werden wir feststellen, dass er es auch tut. Die Versuchungen dürfen wir uns nicht als besonders große Fragen vorstellen, denn dann werden wir die meisten übersehen. Vielleicht gibt es auch große Versuchungen, aber die sind sehr selten. Oft sind es Kleinigkeiten. Aber wie kleine Luftmoleküle können eine große Anzahl kleiner Versuchungen einen riesigen Druck auf unsere geistliche Entwicklung ausüben. Ich will es in der weltlichen Sprache sagen. Sobald wir in eine Entscheidungssituation kommen, dann meldet sich unserer "innerer Schweinehund". Wenn wir uns dann für etwas entschieden haben, das nicht ganz Gottes Plan mit uns entspricht, dann sagt der "innere Schweinehund": Macht doch nichts. Merkt doch keiner. Hat ja keiner gesehen, Kommt doch niemals heraus. Einmal ist keinmal. Mach Dir doch keine Sorgen wegen solcher Kleinigkeiten. Diese innere Stimme ist laut und drängt sich auf. Wenn wir dann nicht ganz deutlich das korrekte Handeln, wie es in der Bibel geschrieben steht, bereits verinnerlicht haben und darauf antworten können, dann haben wir praktisch schon verloren. Wenn wir in dieser Stimme nicht die Versuchung identifizieren, sondern meinen, dass es unsere eigene Stimme ist, die in einem Prozess der inneren Entscheidungsfindung ist, dann haben wir bereits verloren. Ich will einige Beispiele geben und zeigen, was der "innere Schweinehund" uns einflüstert und was Gottes Wort uns dagegen zu sagen hat. So werden Sie schnell erkennen, was ich meine. Wann immer wir in Zweifel kommen, ob das, was wir tun, richtig ist. Wann immer wir bestimmte Fakten als unabänderlich bewerten, dann können wir sicher sein: das ist die Stimme des Versuchers! A) Sie haben einen Groll gegen Ihren Nachbarn? Ihre innere Stimme sagt: Recht hast Du, so geht es ja wirklich nicht. Wo kämen wir denn da hin, wenn alle so wären wie ... Gottes Wort sagt: Du sollst Ihm 7x77 mal vergeben. B) Im Umgang mit dem Partner Ihre innere Stimme zeigt Ihnen alle seine Fehler. Gibt Ihnen ständig das Gefühl, zu kurz zu kommen. Hilft Ihnen Gelegenheiten zu finden, ihm das auch zu sagen. Die Versuchung läßt andere Partner attraktiver oder geeigneter erscheinen. Gottes Wort aber spricht von der Ebenbildlichkeit von Mann und Frau und von Treue. C) Im jugendlichen Herz Redet die innere Stimme, wie peinlich doch die eigenen Eltern sind. Wie lebenseinengend doch deren Regeln sind. Wie konservativ und altbacken Ihre Ansichten sind. Gottes Wort möchte aber, dass wir unsere Eltern ehren. D) Dem Depressiven Flüstert die Stime ein, es habe alles keinen Sinn mehr. Es wird sowieso jetzt nur noch alles schlimmer. Wenn Sie das hören oder denken, dann denken Sie an Gottes Verheißung: Gott hat einen Plan mit Dir. E) Dem Trauernden Redet die Stimme ein, dass er jetzt völlig alleine ist. Dass du verlassen worden bist, darüber kommst du nie hinweg. Aber Gott spricht: Ich bin bei dir alle Tage. Ich habe nur einige beliebige Situationen herausgesucht. Allen gemeinsam ist, dass eine Stimme in uns etwas sagt. Und uns damit auf eine ganz bestimmte Richtung festlegen will. Und wenn wir diese Richtung ein wenig in Gedanken verfolgen, werden wir entdecken, dass sie immer Trennung bedeutet. Trennung von Menschen, Trennung von Geliebten, Trennung von Gott und seinem Wort. Jesus möchte uns neues Leben schenken. Er will, dass wir anderen Menschen begegnen, daß wir in Gemeinschaft und in dieser Gemeinden leben. Er stellt uns in ein intaktes Umfeld. Liebe Gemeinde,
Und so wird Zug um Zug das Reich Gottes in uns größer. Amen. Gordon
Detka
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