Auf diese Steine kannst du bauen
Familiengottesdienst am 24.02.2002 

Matthäus 7,24-27

Jesus erzählt das Gleichnis vom Hausbau: "Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute.
Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein, weil es auf Fels gebaut war.
Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute.
Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen, und alles lag in Trümmern."
Geschichte mit 2 Comic-Figuren
Willi Werkel und Opa Hannes bauen sich beide ein neues Haus. Willi Werkel wählt als Bauplatz einen schönen sandigen Platz direkt am Strand, damit er jederzeit schwimmen gehen kann und abends von dem Geräusch der Wellen einschläft. Er arbeitet und baut fröhlich und hart, aber erspart sich das Fundament. Das fällt zuerst auch gar nicht auf, er kann sich über sein gelungenes fertiges Haus freuen.Haus
Aber in der ersten  Nacht kommt ein Sturm, es regnet heftig, die Wellen werden immer höher und greifen nach dem Haus von Willi Werkel. Schließlich wird es weggespült. Willi Werkel kann sich selbst zwar noch retten, aber er muss mit ansehen, wie sein schönes Haus in den Wellen des Meeres versinkt.
Opa Hannes baut ebenfalls ein Haus, aber er wählt als Bauplatz einen hochaufragenden Felsen. Zusätzlich gräbt er tiefe Löcher für das Fundament und verankert darin die tragenden Holzbalken. Das Bauen ist sehr anstrengend, er muss das ganze Material auf den Felsen hieven. Trotzdem ist auch er eines Tages fertig und freut sich an seinem neuen Haus.
Auch er wird bald von einem Unwetter heimgesucht, mit Blitz,Blitze Donner und heftigen Niederschlägen. Aber seinem Haus auf dem Felsen mit dem guten Fundament kann das Wetter nichts anhaben. Opa Hannes wacht zwar von dem Getöse auf, aber da alles in Ordnung ist, kann er gleich wieder weiterschlafen.

Liebe Erwachsene, liebe Kinder,
nun haben wir uns intensiv mit dem Thema "Bauen" beschäftigt und festgestellt, was unbedingt notwendig ist zum Bauen: ein guter Grund und ein guter Plan, natürlich auch vernünftiges Material und Leute, die exakt arbeiten - alle Hausbauer können sicher ein Lied davon singen. In der Geschichte haben wir gehört, was passieren kann, wenn etwas von diesen Dingen fehlt, z.B. eben ein guter Grund: Das Haus stürzt leicht ein. 

Aber wir sind hier ja weder in einer Vorlesung für Architekten noch für Bauingenieure, sondern in einem Gottesdienst. Die meisten von euch haben sicher schon gemerkt, dass die Geschichte von Opa Hannes eigentlich eine Geschichte aus der Bibel ist, eine Geschichte, die Jesus einmal erzählt hat. Damals war es so, dass die Leute wirklich oft ihre Häuser  ohne Fundament einfach auf den Erdboden gebaut haben. Bei Hochwasser oder Sturm konnte das dann kritisch werden. Doch Jesus wollte seine Zeitgenossen nicht ermahnen, ihre Häuser endlich vernünftig zu bauen, sondern er benützte das Hausbauen als Bild, als Gleichnis für etwas anderes. Habt ihr eine Idee, was Jesus meint mit dem Haus und mit dem Fels, auf den man es bauen soll?

Es geht um das Lebenshaus der Menschen, nicht nur der Menschen damals, sondern auch von uns heute. Jesus macht uns darauf aufmerksam: Nicht nur wenn man ein Haus aus Holz oder Steinen baut, braucht man einen guten Grund und einen guten Plan, sondern auch beim Bau des eigenen Lebenshauses. Wer einfach so drauf los wurstelt in seinem Leben, ohne Sinn, ohne Plan, wird vielleicht irgendwann enttäuscht feststellen: Eigentlich habe ich  etwas ganz anderes erhofft und erträumt von meinem Leben - und nun ist es mir wie Sand zwischen den Fingern zerronnen. 

Niemand von uns kann sich außerdem sicher sein, dass er oder sie im Leben vor Stürmen, also vor Schwierigkeiten, vor Krankheiten, vor Krisen verschont bleibt. Im Gegenteil, diese Dinge gehören zum Leben dazu. Umso wichtiger ist die Frage, wie mein Lebenshaus verankert ist, damit es in Stürmen oder bei Hochwasser Hochwassernicht einfach umfällt. Das bedeutet: damit ich, wenn es schwierig wird, nicht völlig verzweifle und die Orientierung verliere. 

Jesus hat gesagt, dass er selber dieser tragfähige Grund für unser Leben sein will, dass wir bei ihm Halt und ein verlässliches Fundament für unser Leben finden. Er hat auch gesagt, wie wir das bewerkstelligen können, wie wir unser Lebenshaus auf ihn gründen können. Er sagt: "Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, gleicht einem klugen Mann", also dem Opa Hannes aus unserer Geschichte.

Jesus hat sein Gleichnis vom Hausbau am Ende der Bergpredigt erzählt, am Ende einer längeren Rede, in der er sehr viel darüber gesagt hat, was den Wert des menschlichen Lebens ausmacht, wie menschliches Zusammenleben gelingen kann, wie wir vertrauensvoll zu Gott beten dürfen und wie ein Leben mit Gott aussehen kann. Es lohnt sich, diese Kapitel 5-7 des Matthäus- Evangeliums nachzulesen. 

Wenn Jesus uns einlädt, unser Lebenshaus fest auf ihn zu gründen, dann lädt er uns ein, ihn kennen zu lernen und dadurch Gott selber zu begegnen. Er lädt uns ein, ihm zu vertrauen, eine Beziehung zu ihm aufzubauen, indem wir zu ihm beten und ihn in unser Leben einbeziehen, auch unsere ganz alltäglichen Fragen und Sorgen mit ihm teilen. Er möchte, dass wir von ihm lernen, dadurch dass wir die Bibel lesen und das, was wir dort erfahren, in unserem Leben umsetzen. Je intensiver wir uns mit der Bibel beschäftigen und im Gottesdienst, in der persönlichen Stille oder vielleicht im Hauskreis die Gemeinschaft mit Jesus Christus suchen, umso stabiler wird der Grund, auf dem unser Lebenshaus steht. Schwierigkeiten im Beruf, in der Schule, Sorgen und Ängste, die uns manchmal quälen, sind dann nicht plötzlich aus der Welt geschafft, aber sie können uns nicht mehr so umhauen und aus der Bahn werfen wie früher, weil wir wissen: Ich bin in Gottes Hand geborgen, er sorgt für mich, er gibt meinem Leben einen Halt, der sogar über den Tod hinaus Bestand hat. 

Wir Erwachsene haben schon ein großes Stück unseres Lebenshauses gebaut. Viele von uns bauen es schon seit Jahren oder Jahrzehnten auf den Fels, von dem Jesus im Gleichnis spricht. Vielleicht spüren sie heute neu Grund zur Dankbarkeit dafür, dass sie diesen tragfähigen Grund für ihr Lebenshaus schon vor so langer Zeit gefunden haben. Fragt doch einmal nach, Kinder, ob sie die Erfahrungen von Opa Hannes bestätigen können. 

Vielleicht gibt es aber auch einige Erwachsene, die spüren, dass ihr Lebenshaus eher dem von Willi Werkel gleicht und ganz schön windschiefe Ecken und sandigen Untergrund hat. Ihnen möchte ich heute sagen: Im Unterschied zu einem Haus aus Stein kann ich bei meinem Lebenshaus auch mittendrin noch den Bauplatz wechseln und den Grund austauschen. Zu jeder Zeit gibt es diese Möglichkeit, mich mit meinem Lebenshaus in Jesus Christus zu gründen und zu verankern. Er kann das, was bisher krumm und schief war heilen und vergeben, mir in meinem Lebenshaus festen Boden unter die Füße und ganz neue Aussichten schenken. Ich darf ihn einfach darum bitten - ganz allein in der Stille, oder zusammen mit einem anderen Menschen, der diesen Grund schon gefunden hat und Hilfestellung dabei geben kann. 

Und euch Kinder, die ihr den Bau eures Lebenshauses noch zum größten Teil vor euch habt, möchte ich Mut machen: Hört die Geschichten aus der Bibel von Gott und von Jesus, lernt Jesus immer besser kennen und entscheidet euch dafür, euer Lebenshaus genau so sorgfältig und auf so gutem Grund zu bauen wie Opa Hannes. 

Irene Kraft


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