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"Ich kann mein Zeug nicht zusammenhalten!" "Mein Seelenleben ist ein Durcheinander!" "Mein Privatleben ist eine Pleite!" Solche und ähnliche Ausrufe habe ich schon
hundertmal gehört, bei Frühstücksgesprächen, in meinem
Arbeitszimmer, wo ich den Menschen als Pfarrer begegne, im Wohnzimmer meines
Hauses.
In der westlichen Kultur produzieren wir eine
enorme Zahl von Büchern, die uns helfen sollen, unsere Arbeit, unsere
Kalender, unsere Arbeitszeitpläne, unsere Studien und unsere Karriere
zu organisieren. Aber ich habe wenig gesehen, was direkt die Organisation
unseres inneren oder geistigen Lebens anspricht. Und gerade dort haben
wir Ordnung am dringendsten nötig.
Nach wissenschaftlicher Erkenntnis entsteht eine derartige Aushöhlung, wenn unterirdische Strömungen während Dürrezeiten versiegen und so der Oberfläche des Bodens seinen darunterliegenden Halt entziehen. Plötzlich wird alles zum Einsturz gebracht, und man bekommt eine erschreckende Ahnung davon, daß man auf nichts bauen kann - nicht einmal auf den Boden, auf dem man steht. Es gibt eine beachtliche Anzahl von Menschen, deren Leben wie eine solche Aushöhlung in Florida aussieht. Vermutlich haben viele von uns hin und wieder bemerkt, wie sie sich auf dem wegsackenden Rand eines Kraters befanden. Mit einer lähmenden Müdigkeit, dem Geschmack offensichtlichen Versagens oder der bitteren Erfahrung, Ziele oder Absichten nicht realisieren zu können, merkten wir vielleicht, wie etwas in uns am Nachgeben war. So als ob wir kurz vor einem Zusammenbruch stünden, der unsere ganze Welt in einen ewigen Abgrund zu stürzen droht. Manchmal scheint man nur wenig tun zu können, um einen solchen Zusammenbruch zu verhindern. Was machen wir nur falsch? Wenn wir einmal länger darüber nachdenken, entdecken wir die Existenz eines inneren Raumes - unserer Verborgenen Welt -, den wir vorher nicht wahrgenommen haben. Ich hoffe, daß folgendes deutlich wird: Wenn wir unsere Verborgene Welt vernachlässigen, wird sie nicht dem Gewicht der Ereignisse und Spannungen standhalten können, die sich zwangsläufig einstellen. Manche Leute sind überrascht und verstört, wenn sie zu dieser Selbsterkenntnis gelangen. Plötzlich entdecken sie, daß sie den Großteil ihrer Zeit und Energie dafür verwendet haben, auf der sichtbaren Ebene, an der Oberfläche, Leben aufzubauen. Sie haben viele gute und vielleicht sogar außerordentliche Aktivwerte angehäuft, wie beispielsweise akademische Grade, Arbeitserfahrung, einflußreiche Beziehungen und körperliche Kraft oder Schönheit. Daran ist auch nichts Schlechtes. Aber oft entdecken
wir beinahe zu spät, daß unsere Verborgene Welt geschwächt
oder aus den Fugen geraten ist. Und an diesem Punkt ist dem "Aushöhlungs-
Syndrom" die beste Vorlage gegeben.
Gordon MacDonald
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