|
|
|
Dies ist ein Grund, aus dem sich viele von uns nach einer "schnellen Sicherheit" sehnen, die Gott realer und näher erscheinen läßt. Manche fühlen sich tief bereichert, wenn ein Prediger, der mit gewaltiger Stimme Anklagen und Verurteilungen herabdonnert, in ihnen ein kräftiges Schuldgefühl erzeugt. Andere suchen eher emotionelle Erfahrungen, von denen sie auf eine ekstatische Ebene erhoben werden. Das sind dann die Christen, die sich unaufhörlich Bibelschulen und -arbeiten aussetzen und durch die Suche nach der reinen Lehre zu einer erfüllenden Vertrautheit mit Gott kommen wollen. Wieder andere erstreben Geistlichkeit durch Geschäftigkeit in der Gemeinde. Und so suchen wir, je nach unserem psychologischen Temperament, nach diesen oder anderen Wegen, um unseren offensichtlich leeren Geist anzufüllen, und schlagen einen Weg ein, der uns normalerweise nur einen kurzen Moment lang ganz tief berührt und uns das Gefühl von Frieden bringt. Aber in Wirklichkeit findet
ein Durchschnittsmensch wie Sie und ich dabei keine große biblische
Begegnung. Auch die dramatischen Erfahrungen anderer würden uns nicht
genügen. Sollten wir jemals geistliches Leben entwickeln, das uns
tiefen Frieden schenkt, dann erreichen wir das nur, wenn wir geistlich
diszipliniert leben, so wie ein Athlet seinen Körper zum Wettkampf
trainiert.
Keine weiteren Requisiten notwendig Henri Nouwen erzählt uns, daß die Wüstenväter vor vielen Jahrhunderten die Wichtigkeit einer stillen Umgebung zur Entwicklung ihres Geistes verstanden hatten, da sie sich gegenseitig zu "Fuge, terche et quisset", d. h. Stille, Einsamkeit und inneren Frieden, ermahnten. Nur wenige nehmen die schreckliche Geräuschkulisse um uns herum wirklich wahr, den Lärm, der uns die Stille und Einsamkeit völlig verwehrt, die wir für die Kultivierung unseres inneren Gartens brauchen. Man könnte leicht glauben, daß Gottes Erzfeind geplant hat, uns an jedem erdenklichen Punkt unseres Lebens mit störenden Geräuschen der Zivilisation zu umgeben, die, wenn sie nicht gedämpft werden, normalerweise Gottes Stimme übertönen. Wer mit Gott lebt, wird dir bestätigen, daß er normalerweise nicht schreit, um sich bemerkbar zu machen. Wie Elia entdeckte, flüstert er eher im Garten unserer Verborgenen Welt! Kürzlich besuchte
ich ein missionarisches Zentrum in Lateinamerika, wo Arbeiter gerade ein
Tonstudio für eine Radiostation aufbauten. Mit größter
Sorgfalt machten sie die Räume schalldicht, so daß kein Straßengeräusch
Sendungen und Aufzeichnungen stören kann. Wir müssen es lernen,
unser Herz für die eindringenden Geräusche der Außenwelt
schalldicht zu machen, um zu hören, was Gott zu sagen hat. Die Worte
Mutter Teresas in Kalkutta schätze ich sehr:
Wie konnte das geschehen? Mose hatte auf Gott gehört; sein Bruder Aaron, der Hohepriester des ganzen Volkes, hatte währenddessen auf die Menschen gehört. Die Botschaften, die die beiden empfingen, waren total unterschiedlich. Als Mose zuhörte, empfing er Gottes Offenbarung vom Gesetz der Gerechtigkeit. Als Aaron zuhörte, hörte er Beschwerden, Wünsche, Forderungen. Mose brachte kompromißlose Gesetze vom Himmel mit. Aaron fiel auf die Launen der Menschheit herein. Es lag am Hören. Der Garten unserer Verborgenen Welt wird nicht nur bearbeitet, wenn wir uns Zeit für Ruhe und Einsamkeit nehmen, sondern auch, wenn wir in dieser Umgebung damit anfangen, überlegt die Disziplin des Hörens auszuüben. Ich habe bisher wenig Menschen getroffen, die wissen, wie man auf Gott hört. Geschäftigen Leuten fällt es ohnehin schwer zu lernen, wie man das macht. Die meisten Menschen lernen schnell, wie man zu Gott sprechen kann. Aber sie lernen nicht, auch auf ihn zu hören. Wir hören jedesmal,
wenn wir die Schrift öffnen und uns zu Füßen der inspirierten
Schreiber setzen, die uns die Geheimnisse Gottes aufschließen. Wie
ich später noch beschreiben werde, hören wir zu, indem wir für
den Anspruch des Heiligen Geistes Gottes empfänglich werden. Zuhören
, geschieht, wenn ein Prediger oder Lehrer die Schrift durch die Macht
des Geistes Gottes auslegt.
"Ich verbringe viel Zeit damit, zuzuhören. Gebet soll nämlich nicht nur ein Monolog, sondern ein Dialog sein. Es ist Gemeinschaft, eine freundliche Unterhaltung. Während der Herr hauptsächlich durch sein Wort mit mir redet, schenkt er mir viel Zuneigung auf eine sehr direkte Art und Weise. Mit "Zuneigung" meine ich nicht, daß er mich drückt und umarmt, sondern daß er mir eine Gewißheit schenkt; die Gewißheit seiner Gegenwart in mir und seine Freude an meinem Dienst. Das ist die Art von Zuneigung, die ein Militärbefehlshaber seinem Soldaten oder seiner Ordonanz auf eine schwierige Mission mitgibt. "Geh, zieh deine Rüstung an, ich habe ein Auge auf dich, und ich werde dir alle Verstärkung schicken, die du nur brauchst." Ich habe viel von derartiger Zuneigung nötig. Ich nehme nicht einfach an, daß Gott nahe bei mir ist, und daß ich ihm gefalle. Jeden Tag muß ich mir das von Gott aufs neue bestätigen lassen." ... Warum uns das Beten so schwer fällt ...
Der Inhalt des Gebets ...
Gordon MacDonald
Rechte bei Projektion J, Gerth Medien, Asslar Ordne dein Leben Weisheit und Erkenntnis Wiederherstellung |